Unser Hobby

In unserer hektischen Zeit mit den vielen Freizeitangeboten bietet die Zucht unserer Rassekaninchen eine Möglichkeit, ideelle, ethische Werte des Lebens zu erfahren, die uns so sehr fehlen. Wir erhalten dabei einen tiefen Einblick in den wunderbaren Jahresablauf von Natur und Tier. Wer einmal diese Werte täglich im kleinen erfasst hat und immer wieder erleben kann, ist zufrieden mit sich selbst und sehnt sich nicht nach großen materiellen Werten.
Kurz und gut.: Man ist ein glücklicher Mensch. Wo Rassekaninchenzucht betrieben wird, nimmt die ganze Familie teil.

Die Zucht von Rassekaninchen bietet aber auch Gelegenheit, Kameradschaft und Freundschaft unter Gleichgesinnten zu finden und zu pflegen. Man erhält Kontakt zu unkomplizierten Mitmenschen, in denen vielfach verborgenen zwischenmenschliche Werte schlummern.
Die Rassekaninchenzucht hat aber auch eine wirtschaftliche Seite: Fleisch, Fell, Wolle und Mist liefert einen nicht unbedeutenden volkswirtschaftlichen Ertrag, wobei Fell und Wolle in unserer heutigen Zeit etwas an Aktualität eingebüßt haben. Aber all diese Produkte entstehen im Lebenskreislauf unserer Kaninchen. Die Mitglieder des Verbandes Bayerischer Kaninchenzüchter (VBK) erzeugen jährlich eine nicht zu unterschätzende Menge von hochwertigem Kaninchenfleisch, auch der Wert der anfallenden Kaninchenfelle ist beachtlich. Die Felle werden von den in den Frauengruppen organisierten Damen zu Pelzmänteln, Jacken, Decken, Kissen und Bastelarbeiten verarbeitet. Die anfallende Angorawolle findet Verwendung bei Unterwäsche, Pullovern und dergleichen. Der erzeugte Mist findet bei Hobbygärtner oder bei den Züchter eine biologisch wertvolle Verwendung.
Die sinnvolle Verwendung unserer Produkte wird in Kursen und Vorträgen durch bestens geschulte Referentinnen und Referenten an die Mitglieder, Clubs und einzelnen Sektionen weitergegeben.
Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Nutzen der Kaninchenzucht in Bayern sehr beträchtlich ist. Dieser Nutzen darf jedoch nicht nur in einer reinen Bargeldabrechung gesehen werden. Die ideellen Werte sind mit einzubeziehen. Dabei denken wir an die vielen glücklichen und ausgefüllten Freizeitstunden, die uns bereits eine kleine Kaninchenzucht Tag für Tag zu bieten hat.
Das Angebot der Freizeitbeschäftigungen ist heute nahezu grenzenlos. Sei es durch internationales Medienspektakel oder anderweitigen Möglichkeiten bei Sport und Spiel.
Wer sich gerne mit Natur und Tieren befasst, der findet in der Haltung und Zucht von Rassekaninchen ein dankbares Hobby. Vor dem Einstieg in die Rassekaninchenzucht müssen zahlreiche Aspekte geklärt werde; Platzverhältnisse, Standort für Stallanlage, Zeitbedarf, Futterbeschaffung, Futterdepot und zu guter Letzt, die Wahl der Rasse. Es ist sinnvoll, in diese Entscheidung die ganze Familie einzubeziehen.
In der Bundesrepublik Deutschland sind 70 Rassen anerkannt mit ca. 200 verschiedenen Farbenschlägen. Bei dieser großen Palette von Rassen und Farben kann jeder Kaninchenfreund das für ihn passenden Kaninchen finden.
Bevor mit der Zucht begonnen wird, ist eine Abklärung der Stallgröße vorzunehmen.
Die Größe variiert zwischen der größten Rasse den Deutschen Riesen mit 7 Kilogramm Körpergewicht und mehr und den Zwergrassen mit einem Minimalgewicht von einem Kilo.
Um den Wünschen der Züchter gerecht zu werden, sind innerhalb der Zwerg,- Klein,- Mittel, und Großrassen die verschiedenen Zeichnungen und Farben anerkannt. Zudem sind bei allen vier Kategorien Rassen und Farbenschläge vertreten, bei denen die Grundfarbe rein weiß ist, die Augenfarbe jedoch rot erscheint, diese Tiere sind Vollalbino. Nicht unerwähnt soll bleiben dass es auch weiße Tiere mit blauen Augen gibt, die Teilalbino. Außerdem kennen wir neben den Normalhaarrassen auch Kaninchen mit kurzem Haar, die Rexe und das allseits bekannte Angorakaninchen mit einer Haarlänge von über 6 Zentimetern. Verschiedene Rassen unterscheiden sich durch das Tragen der Ohren, durch Ohrlänge und Beschaffenheit. Zu den Rassen mit hängenden Ohren zählen wir alle Widderrassen, wobei man bei Tieren mit Hängeohren von Behang spricht. Bei diesen Tieren zeigen Stirn- und Nasenbein eine relativ starke Wölbung, der sogenannte Ramms.
Für den Neueinsteiger in die Rassekaninchenzucht ist es ein Vorteil, wenn sich in seiner Nachbarschaft oder unter seinen Vereinskollegen Züchter befinden, welche auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen können und mit ihrer Rasse einen entsprechenden Zuchtstand aufweisen können. Sie bieten Gewähr für gute und gesunde Tiere.
Gewisse Rassen und Farbenschläge sind schwer zu züchten und benötigen viel Geduld. Zu ihnen gehören die verschiedenen Scheckenrassen mit ihrer angeborenen Spalterbigkeit. Nachteilig wirkt sich für einen Anfänger aus wenn er eine seltene Rasse bevorzugt, bei der es schwierig ist entsprechende Tiere von Züchterkollegen zu bekommen.
Die Kernfrage wird nun sein, die positiven und die negativen Gesichtspunkte gegeneinander abzuwägen und letztendlich zu entscheiden. Ein weiterer wichtiger Aspekt kommt noch hinzu. Wie steht es mit meinem züchterischen Wissen, mit der Erfahrung in der Kaninchenzucht und mit dem zeitlichen Arbeitsaufwand. Dies sind Faktoren, die bei einem Entscheid zur Rassewahl und zum Einstieg in die Rassekaninchenzucht mit berücksichtigt werden müssen.
Jeder Interessierte sollte seine Rasse nach freier Wahl aussuchen. Der Zuchtwart des Vereins sollte ihn jedoch auf die Vor- und Nachteile aufmerksam machen. Die Wahl des Einsteigers sollte nicht auf die schwersten Farben- und Zeichnungsrassen fallen. Um eine Auswahl zu erleichtern dient unser Einheitsstandard mit 260 Seiten und 85 Bildern.
Voraussetzung für einen erfolgreichen Zuchtaufbau sind gesunde Tiere, gute Pflege und naturnahe Fütterung.
Der Einstig in die Rassekaninchenzucht und Haltung ist wie fast jede andere Freizeitbeschäftigung mit finanziellen Aufwendungen verbunden. Dies fängt mit der Herstellung oder dem Kauf von Ställen an, eventuell sogar einer Zuchtanlage. Beim Kauf der Boxen und Ställen ist unbedingt darauf zu achten, dass möglichst geräumige Modelle angeschafft oder hergestellt werden. Schon bei Wahl der Rasse sind folgende Normalmaße zu beachten.
100x100x70 für große Rassen, 80x80x60 für mittelgroße Rassen und 60x70x50 für kleine Rassen.
Im Zweifelsfall ist zu empfehlen eher zu große Ställe zu beschaffen als zu kleine. Es könnte ja sein, dass man sich später für eine größere Rasse entscheidet.
Die Ställe sind nach Möglichkeit so auszurichten ,dass sie die Morgensonne empfangen können. Ist dies nicht möglich, dann muss man darauf achten, dass die Ställe beziehungsweise die Tiere vor stärkerer Sonneneinstrahlung und anderen Witterungseinflüssen geschützt sind.

Eine saubere Stallanlage mit viel frischer Luft und Licht freut die Züchter und die Umwelt.

Wie sieht eine einzelne Box aus?

Die einzelne Box ist mit einer Kunststoffschublade zu versehen, die ungeachtet der Rasse eine Randhöhe von 10 bis 18 Zentimeter aufweisen soll. Die Kunststoffschublade ist dauerhaft und schützt das Holz vor dem Einsickern von Urin. Das Einlegen eines Holzrostes in die Schublade ist nicht unbedingt erforderlich. Der Holzrost hat den Nachteil, dass das wöchentliche Reinigen der Boxen zeitaufwändig ist, bringt aber den Vorteil, dass weniger Einstreu wie Stroh notwendig ist. Gerade an heißen Sommertagen schätzen die Kaninchen einen Liegeplatz, der frei ist von Einstreu. Ein Kunststoffrost kann natürlich auch eingebracht werden, ist er doch wesentlich leichter zu reinigen und nimmt keine Feuchtigkeit auf. Zur Ausstattung einer Box gehört ein zweiteiliger Futtertrog, oder zwei Einzeltröge für Futter und Wasser, das Trinkwasser kann auch über Flaschen- oder Nippeltränken erfolgen. Eine Futterraufe rundet das Angebot ab, verhindert doch dieselbe, dass das Futter sauber bleibt und nicht am Boden zertrampelt wird.
In die Kunststoffschublade streuen wir Torf oder Sägespäne, vor allem in die Kotecke des Tieres, die man durch Beobachten bald feststellen kann, darauf kommt gutes Stroh. Auf die Verwendung von Torf sollte allerdings verzichtet werden um unsere Moore zu schützen.
Währen der Woche ist stets Stroh nachzustreuen, damit es die Kaninchen immer trocken und sauber haben. Wöchentlich ist die Schublade zu leeren, mit Wasser zu reinigen und neu mit Sägespänen und Stroh zu versorgen.

Täglich am Abend füttern.

Kaninchen müssen bei Stallhaltung wie wir sie betreiben täglich gefüttert und getränkt werden. Die veraltete Ansicht, unsere Lieblinge brauchen kein Wasser ist falsch, gerade beim heutigen Einsatz von Fertigfutter, wie Pellets ist Wasser unbedingt erforderlich. Die Fütterung sollte wenn möglich immer zum selben Zeitpunkt erfolgen, bei den meisten berufstätigen Züchtern wird dies am Abend sein. Der Futtertrog ist täglich zu reinigen und etwaige Futterreste sind zu entfernen. Heu, Wasser und eine gute Körnermischung sind die Grundnahrungsmittel unserer Kaninchen. Auch bei Gabe von Grünfutter ist täglich frisches Wasser zu reichen. Ab den Frühlingsmonaten kann wenn sich die Möglichkeit bietet Grünfutter gegeben werden. Dazu kommen Rüben, Möhren und viele andere Gemüsesorten, die der Garten bietet. Fenchel, Tobinambur, Sonnenblumenblätter dürfen in kleine Mengen bedenkenlos verfüttert werden, ebenso frische Küchenabfälle und trockenes Brot, das Abwechslung in den Speisezettel unserer Kaninchen bringt.
Spätestens ab der 10. Alterswoche sollte jedes Kaninchen, nach dem Tätowieren für sich eine Einzelbox haben. Dies verhindert Beißereien und Raufereien unter den Jungtieren und fördert eine gute Entwicklung. Auch wenn diese Einzelhaltung nicht überall verstanden wird, so ist sie doch vernünftig und haustiergerecht.
Muttertieren ist zum Werfen und während der Säugezeit eine besonders geräumige Einzelbox zur Verfügung zu stellen, oder zwei Boxen mit einem Durchgang in der Zwischenwand.

Züchten sollte man Kaninchen wenn möglich nur in der ersten Hälfte des Jahres, weil in dieser Zeit das Wachstum viel besser ist. Spätestens am dritten Tag nach dem Werfen ist das Nest zu kontrollieren. Eine Häsin sollte pro Jahr nicht mehr als zwei Würfe aufziehen um sie nicht zu überfordern.
Zu einer züchterisch gerechten Haltung ist das periodische Schneiden der Krallen nötig. Dies erleichtert den Tieren ein artgerechtes Auftreten und bedingt eine natürliche Stellung. Zudem schützt es den Züchter vor unliebsamen Kratzwunden.

Der Auslauf ist für unsere Kaninchen von besonderer Bedeutung.

Von besonderem Reiz ist für den Rassekaninchenzüchter die Ausstellungszeit. Da misst man sich mit Züchterkolleginnen und -kollegen im friedlichem Wettstreit, meist jede Rasse unter sich. Den Besten winken wertvolle Preise, Medaillen und Pokale. An Europaschauen können sich die Züchter mit den Zuchtfreunden aus dem Ausland messen. Um ausstellen zu können, muss sich der Züchter einem Rassekaninchenzuchtverein anschließen.
In der Ferienzeit ist man besonders froh, Mitglied eines Rassekaninchenzuchtvereines zu sein. Sicher übernimmt ein Vereinsmitglied während der Ferienabwesenheit die Betreuung unserer Lieblinge. Oder vielleicht wohnt in der Nachbarschaft eine pensionierte Person, die gerne diese Aufgabe übernimmt.

Lohnt der Aufwand?

Wer maßvoll füttert, seine Tiere mit Liebe pflegt und mit ihnen auch spricht, der wird mit seinen Kaninchen viel Freude und Erfolg haben. Der finanzielle Aufwand für die Anschaffung von Ställen zahlt sich zwar nicht in Geld aus. Doch die Genugtuung bei Arbeit und Pflege der Tiere ist groß. Viele Menschen finden in der Kaninchenhaltung eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung oder eine Abwechslung in der Zeit der Pension. Sogar die ganze Familie kann an der Rassekaninchenzucht teilhaben und oft schon ist der Virus des Züchtens vom Vater oder Großvater auf Kinder und Enkel übergesprungen.
Kurz gesagt: Kaninchenzucht ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die uns nicht verloren gehen darf.

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